Sonntag, 9. Juli 2017

[Rezension] Stell dir vor, dass ich dich liebe - Jennifer Niven




Preis: 14,99€
Einband: broschiert
Seiten: 464
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Verlag: Fischer Sauerländer
Rezensionsexemplar?: nein

Inhalt

Everyone thinks they know Libby Strout, the girl once dubbed “America’s Fattest Teen.” But no one’s taken the time to look past her weight to get to know who she really is. Following her mom’s death, she’s been picking up the pieces in the privacy of her home, dealing with her heartbroken father and her own grief. Now, Libby’s ready: for high school, for new friends, for love, and for every possibility life has to offer. In that moment, I know the part I want to play here at MVB High. I want to be the girl who can do anything.
Everyone thinks they know Jack Masselin, too. Yes, he’s got swagger, but he’s also mastered the impossible art of giving people what they want, of fitting in. What no one knows is that Jack has a newly acquired secret: he can’t recognize faces. Even his own brothers are strangers to him. He’s the guy who can re-engineer and rebuild anything, but he can’t understand what’s going on with the inner workings of his brain. So he tells himself to play it cool: Be charming. Be hilarious. Don’t get too close to anyone.
Until he meets Libby. When the two get tangled up in a cruel high school game—which lands them in group counseling and community service—Libby and Jack are both pissed, and then surprised. Because the more time they spend together, the less alone they feel. Because sometimes when you meet someone, it changes the world, theirs and yours.

Meine Meinung

Vorneweg: Ich habe dieses Buch in der englischen Ausgabe gelesen und hier auch den Klappentext dieser Ausgabe genutzt, denn den Klappentext der deutschen Ausgabe finde ich einigermaßen schrecklich. Und das Englisch in dem Buch war auch gut verständlich und ist wohl auch für Englisch-Leseanfänger ganz gut geeignet (falls das für irgendwen interessant ist).

Ich habe letztes Jahr "All the bright places" von Jennifer Niven gelesen und war begeistert. Deshalb habe ich auch zu diesem Buch gegriffen, und ich bereue es ganz bestimmt nicht. Mir hat wirklich nicht alles an der Geschichte gefallen, aber trotzdem hatte ich einige tolle Lesestunden mit dem Buch. 

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, mir auch die Goodreads-Rezensionen zu Büchern anzusehen, die ich lese. Und obwohl dieses Buch bei Goodreads insgesamt ganz gut wegkommt, gibt es doch einige extrem kritische Stimmen, die die Charaktere eindimensional finden und das Gefühl hatten, dass die Autorin mit Schicksalsschlägen für ihre Figuren um sich schmeißt. Ich kann nachvollziehen, warum man das so sehen könnte, aber ich habe das alles ganz anders empfunden. Andererseits sehe ich das bei anderen Büchern wahrscheinlich so, und die werden dann doch von anderen Lesern innig geliebt. Okay, das hat jetzt alles nicht so viel mit dem Buch zu tun, nur ein kleiner Exkurs zum Thema "Lesen ist doch sehr subjektiv". Was natürlich ein tolles Thema in einer Rezension ist, in der man andere von der eigenen Meinung überzeugen möchte:D Okay, ich höre auf zu schwadronieren!

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Ich persönlich finde, dass die Autorin ein Talent hat für interessante und vielschichtige Charaktere. Besonders Libby ist für mich ein toller Charakter! Sie zeigt sich oft verletzlich und man versteht auch immer warum, aber auf der anderen Seite ist sie auch unheimlich stark und schlagfertig. Ihre Erwiderungen haben jeden Dialog interessant gemacht. Bei Jack hat es etwas gebraucht, bis ich ihn mochte, doch interessant und einzigartig war auch er. Und von einer Figur mit Prosopagnosie habe ich noch nie gelesen, ich fand das sehr aufschlussreich.

Im Laufe der Geschichte kommen Libby und Jack sich natürlich näher, und auch wenn das vielleicht eine ungewöhnliche Kombination ist, hat die Autorin es doch sehr gut geschafft, mir zu vermitteln, warum das Sinn macht. Wenn man sich die Backstories der beiden Charaktere ansieht und was die beiden durchmachen, dann kann man nachvollziehen, warum die beiden sich gut verstehen, und irgendwie war das für mich sehr erfrischend. Es ist ja nicht gerade selbstverständlich, in einem Jugendbuch wirklich vermittelt zu bekommen, was Charaktere aneinander finden.

Den Schreibstil von Jennifer Niven mag ich auch sehr gerne. Er zieht einen richtig in die Geschichte und man kann sich nur schwer von dem Buch lösen. Dabei werden auch Zeitsprünge und viele Aufzählungen gemacht, und für so etwas bin ich immer zu haben.  

Was mir nicht gefallen hat, ist dass ich das Gefühlt hatte, die Geschichte macht manchmal Sprünge. Also nicht die Handlung, sondern eher auf der Beziehungs-Ebene. Da dachte ich schon manchmal "huch, seit wann verstehen die beiden sich so gut?". Auch wurde am Ende noch mal ein bisschen Extra-Drama reingebracht, und das hätte nicht wirklich sein müssen. Und am Anfang der Geschichte macht Jack etwas, was nun wirklich (wirklichwirklich) nicht in Ordnung ist. Was einfach scheiße ist. Punkt. Das weiß er wenigstens selbst, aber er hätte es einfach lassen sollen. Obwohl die ganze Handlung darauf aufbaut ... naja, wir drehen uns im Kreis.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, ich hatte beim Lesen Spaß und zumindest für mich war das Buch ein Page-Turner.

Fazit

Was soll ich sagen? Ja, das Buch hat so seine Probleme, aber ich habe es gerne gelesen und alles in allem mochte ich es sehr gerne. Für mich persönlich überwiegen die Qualitäten der Geschichte und ich hatte ein ein paar gute Lesestunden mit Libby und Jack.


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