Sonntag, 7. Mai 2017

[Neues Lieblingsbuch] Carry on - Rainbow Rowell




Inhalt

Simon Snow is the worst chosen one who's ever been chosen

That's what his roommate, Baz, says. And Baz might be evil and a vampire and a complete git, but he's probably right.

Half the time Simon can't even make his wand work, and the other half, he sets something on fire. His mentor's avoiding him, his girlfriend broke up with him, and there's a magic-eating monster running around wearing Simon's face. Baz would be having a field day with all this, if he were here - it's their last year at Watford School of Magicks, and Simon's infuriating nemesis didn't even bother to show up. 

Meine Meinung

Kurzschluss. Ich habe eigentlich keine Worte für dieses Buch, ich liebe es einfach so sehr und alles andere ist ausgeblendet. Aber diese Rezi versuche ich jetzt trotzdem mal zu schreiben. Ein neues Lieblingsbuch hat schließlich auch ein kleines Statement verdient.

Ich glaube, zwischen mir und diesem Buch hat es klick gemacht. Das klingt vielleicht komplett bescheuert, aber ich meine es einfach in dem „das richtige Buch für den richtigen Leser“-Sinn. Ich falle genau in die Zielgruppe für dieses Buch und gleichzeitig hat dieses Buch alles, was ich mir wünsche. Das heißt vielleicht auch, dass nicht jeder das Buch so genial findet wie ich, weil dieser Match nicht unbedingt bei jedem gegeben ist. Trotzdem sei hier mal kurz erklärt, warum ich das Buch für saugut halte.

      1. Mehr Hommage als Abklatsch: Auf jeder Seite erinnert „Carry on“ einen an Harry Potter, das lässt sich gar nicht verhindern, wenn man sich ein bisschen mit den Harry Potter Büchern auskennt. Und auf Goodreads habe ich auch gelesen, dass das einige Leser sehr stört. Aber für mich ist es nicht im geringsten einfach ein Abklatsch. Es ist Rainbow Rowells Version einer Geschichte mit einer Zauberschule und einem auserwählten Jungen. Und alle kleinen Details, die zwar an die Welt von Harry angelehnt sind, aber doch sehr einzigartig, die fand ich zumindest unheimlich charmant. Das Buch hat mich Harry Potter auf eine ganz bittersüße Art und Weise vermissen lassen, aber ab einem gewissen Punkt war ich so sehr in der Geschichte drin, dass ich die Welt von „Carry on“ als etwas komplett Eigenständiges genießen konnte.

2. Die Charaktere stehen im Mittelpunkt: Irgendwie ist „Carry on“ ja schon ein Fantasybuch, aber beim Lesen habe ich es nie so betrachtet. Die Welt wird logisch erklärt und die Atmosphäre stimmt auch, aber was hier wirklich im Mittelpunkt steht sind die Charaktere. Und zwar nicht nur Simon. Man kriegt hier keinen dominanten Protagonisten zusammen mit blassen Nebencharakteren ohne Persönlichkeit, sondern Charaktere mit logischen Gefühlen. Manchmal wird es dem Helden der Geschichte halt auch zu viel, und in „Carry on“ wird das endlich auch so behandelt. Man kann nachvollziehen, was die Charaktere fühlen, und jede Figur ist einzigartig. Dann gibt es da sogar ein Mädchen, dass in jedem anderen Buch wahrscheinlich als Zicke dastehen würde. In „Carry on“ ist sie dann einfach jemand, der sich für sein Leben etwas Anderes wünscht als alle anderen, und das versteht man dann. Und dann muss man es auch nicht abstempeln, weil DIE CHARAKTERE GUT UND SINNVOLL DARGESTELLT WERDEN. Mensch!

3     3. A Love Letter to Love stories: So steht das auf der Rückseite meiner Ausgabe, ein Liebesbrief an Liebesgeschichten ist dieses Buch. Und dem kann ich nur zustimmen. Natürlich steht die Liebesgeschichte unseres Protagonisten mit … das sei an dieser Stelle nicht verraten … im Fokus. Und diese Liebesgeschichte macht einfach süchtig, und sie ist süß und macht glücklich und was nicht sonst noch alles. Wirklich, ein neues OTP! Aber es gibt noch so viele andere Liebesgeschichten in diesem Buch, alle ein wenig im Hintergrund, aber auch sie zeigen wie so eine Beziehung ablaufen kann. Da gibt es eine Fernbeziehung und eine glückliche Ehe und eine eher obsessive Beziehung, aber alles ohne Drama. Einfach toll!

4    4. FREUNDSCHAFT: Ja, hier wird Freundschaft groß geschrieben (hehe). Die Freundschaft von Simon und Penny ist eine, wie man sie in Jugendbüchern nicht mehr so oft findet. Sie ist wirklich zum dahinschmelzen, wenn man mal etwas kitschiger werden möchte. Die beiden sind immer füreinander da, es ist absolut keine Zweckgemeinschaft, es vermittelt die richtigen Werte, einfach hach! 

          5. Gefühlsachterbahn: Ja, das Buch nimmt einen einmal mit durch die komplette Gefühlspalette. Am Anfang ist man zusammen mit Simon sehr ungeduldig und wartet, dass etwas Bestimmtes passiert. Und dann hat man sehr oft ein dümmliches Grinsen im Gesicht und muss oft lachen, bis man dann am Ende Tränen in den Augen hat. Einmal das komplette Paket. Was will man auch mehr?? Übrigens ist das Buch wirklich sehr sehr witzig! Es gibt wirklich viele Wortspiele und Anspielungen auf Serien und Musik und alles Mögliche. 

6    6. Es ist verdammt clever!: Für mich macht alles in diesem Buch einfach so viel Sinn, und das hat mich immer wieder viel zu sehr gefreut. Wie in dieser Welt die Magie funktioniert – clever. Wie die Charaktere reagieren – echt logisch und wirklich sehr clever! Dass es nicht nur komplett Gut und Böse gibt sondern so viele Grauabstufungen (aber nicht ausgerechnet 50) – mega clever! Alle möglichen kleinen Bemerkungen und wann Details verraten wurden um den Leser am Ball zu halten, ich fand das alles so nah an perfekt dran, wie eine Geschichte eben kommen kann.

7      7. Der eine Kritikpunkt: Tja, was macht man mit einem Buch, wenn der einzige Kritikpunkt ist, dass man einfach mehr erfahren möchte? Richtig, man hebt es auf ein ganz hohes Podest. Wirklich, das einzige, dass mich an „Carry on“ stört, ist, dass ich noch mehr über die Charaktere und die Geschichte wissen möchte, als verraten wird. Und bei mir kommt es praktisch nie vor, dass ich mir wünsche, dass ein Buch länger ist. Aber hier schon. Und nicht, weil die Länge des Buchs der Geschichte nicht gerecht geworden ist oder so, sondern einfach weil ich mehr will! Oder braucht, zum Überleben.

Ich könnte weitermachen, aber ich finde, 7 ist eine ganz gute Zahl für eine Aufzählung. Gut, dann habe ich das Buch ja jetzt so sehr gelobt, dass es die entstandenen Erwartungen niemals wird erfüllen können, Ziel erreicht! Oder so. Eigentlich wollte ich nur sagen: Ich habe ein neues Lieblingsbuch in meiner Hall of Fame der Lieblingsbücher. Und das aus gutem Grund, denn es ist nicht nur irgendein Buch dass ich nicht mehr zur Seite legen konnte, sondern es macht so so viel richtig. Garggh, es muss mehr von diesen Büchern geben, die ihre eigenen Charaktere respektieren und einen beim Lesen so glücklich machen!

Kommentare:

  1. Ich war letztes Jahr auch extrem begeistert von diesem Buch und das, obwohl ich am Anfang skeptisch war. Ich fand, dass es zu sehr nach Harry-Potter-Abklatsch klang und kannte ja schon Szenen aus "Fangirl" und war nie ein Fan von Fanfictions, in denen zwei Figuren, die in der "Original-Reihe" (die in dem Fall nicht existiert, aber egal ^^) weder an einander interessiert sind noch die entsprechende sexuelle Orientierung haben, zusammengebracht werden (und so klang das ehrlich gesagt. Simon und Bas haben gewirkt wie Harry und Draco).
    Aufgrund begeisterter Leserstimmen habe ich es mir aber trotzdem gekauft und war dann hin und weg, weil irgendwie alles gestimmt hat.

    Ich finde, dass "Carry On" gleichzeitig eine Hommage an Harty Potter und eine Parodie darauf ist (alleine, wie das Konzept des Auserwählten behandelt wird oder die Art der Zaubersprüche) und das hat es so genial gemacht, trotz der vielen Parallelen.

    Die Charaktere fand ich auch super! Simon, der, obwohl er der Auserwählte ist, nichts auf die Reihe bekommt, vor allem aber auch Agatha, hinter der so viel mehr steckt, als man gedacht hätte, wie du schon schreibst.

    Clever trifft es ziemlich gut. Vor allem das Ende - absolut genial aufgelöst.
    Die Anspielungen in den Zaubersprüchen haben mich auch immer zum Lachen gebracht.

    Hach, ich bin einfach auch ein Riesen-Fan <3.

    Liebe Grüße :),
    Charlie

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    1. Ich bin auch froh, dass mich die Begeisterung von allen anderen irgendwie dazu gebracht hat, das Buch zu lesen!:D In Fangirl mochte ich die Simon Snow Stellen zwar, aber nicht so gern wie alles andere, deshalb hätte ich eigentlich erwartet, dass Carry on nicht so genau meinen Geschmack trifft, aber ich liebe es einfach!

      Uhh ja, das mit der Parodie ist ein guter Punkt! Das würde ich auch so sehen, wie eine Parodie, aber eben in einer sehr liebeswerten Art und Weise. Ohne sich lustig zu machen, aber trotzdem lustig. Einfach perfekt! Und anscheinend komm ich aus dem Schärmen wirklich nicht mehr raus:D

      Sehr cool, dass du es auch so gut fandest!^.^ Ich bin wirklich immer noch hin und weg von dem Buch. Und das macht einen auch irgendwie so glücklich, wenn man ein Buch liest, das man einfach nur gut findet, ohne etwas kritisieren zu müssen:D

      Liebe Grüße!
      Julia

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