Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] Valerian & Veronique 3+4 - Jean-Claude Mézières & Pierre Christin




Preis: 9,99€
Einband: Softcover
Seiten: 96
Reihe?: Band 3 und 4
Erscheinungsdatum: März 2017
Verlag: Carlsen Comics
Rezensionsexemplar?: ja

Inhalt

Der Jubiläumsband versammelt zwei Alben von Valerian und Veronique zum günstigen Preis. Der spannende Comic um die Raum-Zeit-Agenten hat längst Kultstatus erreicht. Dies ist die Chance, in die Serie hineinzuschnuppern.

Meine Meinung

Zugegeben, ich bin kein Experte, was Comics angeht. Bis auf die Peanuts habe ich in dem Feld noch nicht viel (oder auch gar nichts) gelesen. Deshalb werde ich meine Meinung zu "Valerian & Veronique" jetzt als ein engagierter Anfänger präsentieren.

Und als ein solcher Anfänger kann ich sagen, dass ich Spaß hatte, den Comic zu lesen. In dieser Ausgabe sind Band 3 und 4 versammelt, und obwohl ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe, hatte ich keine Verständnisprobleme. Jeder Band erzählt eben eine eigene kleine Geschichte. So hat mir die Geschichte in Band 4 auch viel besser gefallen als die in Band 3, wenn alle Geschichten so unterschiedlich sind kommt sowas ja schonmal vor.

Die Geschichten an sich waren so, wie ich es von so einem Comic erwartet habe. Es waren lustige Abenteuer, meiner Meinung nach nichts tief greifendes, aber eben spannend und actionreich und skurril. Und vor allem sehr kreativ! Es gibt verschiedene Planeten die verschiedene Einwohner haben (verschiedene Aliens - kann man diese Einwohner als Aliens bezeichnen?), alles ist detailreich und zeugt auf jeden Fall vom Einfallsreichtum des Autors und auch des Zeichners. 

Die Comic-Panel an sich haben mir auch ganz gut gefallen. Vor allem wenn viele und auch kräftige Farben eingesetzt wurden sahen diese unheimlich schön aus. Oft wurden aber eher blasse Farben eingesetzt, was ich ziemlich schade fand. Zwar waren diese dann auch gut eingesetzt - ich fand es sehr gut wie Farben zum Beispiel eingesetzt wurden um Tiefe zu erzeugen - aber die wenigen Panels mit den kräftigen Farben waren eindeutig die Highlights.

Insgesamt kann ich die Faszination rund um diese Comic-Reihe schon verstehen. Es macht auf jeden Fall Spaß in die kreative und farbenfrohe Welt von Valerian und Veronique einzutauchen. Es sind lustige und originelle Weltraum-Abenteuer, und Fans von solchen werden damit sicher ihre helle Freude haben. Für mich hätten die Geschichten noch etwas packender sein und etwas mehr Tiefe haben können, trotzdem hatte ich viel Spaß beim Lesen.

Fazit

"Valerian & Veronique" hat mir mit seinen kreativen, lustigen und bunten Weltraum-Abenteuern wirklich gut gefallen. Vollends packen konnten mich die Comics nicht, trotzdem finde ich sie empfehlenswert, denn unterhaltsam sind sie alle male.


Sonntag, 6. August 2017

[Rezension] No 9677 oder wie mein Vater an 5 Kinder von 6 Frauen kam - Natasha Friend




Preis: 17,00€
Einband: Hardcover
Seiten: 336
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Juli 2017
Verlag: Magellan
Rezensionsexemplar?: ja

Inhalt

Wer braucht schon einen Vater? Sie sicher nicht, davon ist Hollis fest überzeugt – bis ihr Halbbruder Milo in ihr Leben tritt. Denn er will ihren gemeinsamen Vater finden und braucht Hollis’ Hilfe. Aber warum sollte sie bei so einer Schnapsidee mitmachen? Immerhin kennt sie Milo kaum, mal ganz zu schweigen von dem „Vater“, der sie in einem Reagenzglas gezeugt hat. Einem Mann, dessen Namen sie nicht einmal weiß. Und das ist auch verdammt gut so.
Richtig abgefahren aber wird es, als Milo herausfindet, dass sie nicht die einzigen Kinder von Samenspender No. 9677 sind. Widerwillig lässt sich Hollis auf die Spurensuche ein – und stellt fest: Familie ist das, was man daraus macht. 

Meine Meinung

Dieses Buch wurde mit vom Verlag überraschend zugeschickt und ich muss gestehen, dass ich selber nicht unbedingt danach gegriffen hätte. Das ganze schien nicht wirklich in mein Beuteschema zu passen und die Protagonisten waren mir zu jung. Tja, zum Glück wurde ich mit dem Buch überrascht, denn es hat mir letztendlich wirklich gut gefallen.

Dabei ist es nicht so, dass alles einfach nur toll war. Am Anfang hatte ich echte Einstiegsschwierigkeiten. Die Situation muss erst erklärt werden, und auch mit den Protagonisten Milo und Hollis muss man erst einmal warm werden, und so ging es eher langsam durch das erste Drittel des Buchs. Man muss wissen, dass Milo und Hollis 15 und 14 Jahre alt sind, das heißt PUBERTÄT (*gruselig). Was wiederum bedeutet, dass die beiden natürlich nicht immer nur perfekte kleine Sonnenscheinchen sind. Da musste ich am Anfang erstmal reinkommen, aber im Laufe der Geschichte fand ich es dann immer besser, dass das realistisch dargestellt wurde und Milo und Hollis nicht immer perfekt und ausgeglichen waren.

Als ich dann doch in die Geschichte reingekommen bin, hat sie mir auch richtig gut gefallen. Ich mochte es sehr, dass der Fokus auf das Thema Familie gerichtet wurde. Und das auf eine (für die Prämisse) ziemlich realistische Art und Weise. Ich habe nicht an dem Verlauf der Geschichte gezweifelt, es gab kein übertriebenes "Alles ist perfekt"-Ende oder ein Charakter, der sich komisch verhalten hat, damit die Geschichte eine gewisse Richtung einschlagen kann. Alle Einzelteile sind irgendwie an die richtige Stelle gefallen und haben eine wirklich schöne Geschichte mit einer tollen Botschaft ergeben. So konnte ich das Buch mit einem richtig guten Gefühl zuklappen, denn am Ende hat die Autorin die Geschichte auf die, meiner Meinung nach, bestmögliche Art zu Ende gebracht. Und das muss man ja auch erstmal schaffen. 

Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass es mich definitiv überrascht hat. Es hatte mehr Tiefe als erwartet, die Autorin hat sich Mühe gegeben und eine schöne Botschaft vermittelt und die letzte Hälfte des Buchs hat mir richtig Freude gemacht. Außerdem ist das Cover wirklich schön, das kommt auf dem Computer-Bildschirm nicht mal richtig rüber. Aber das ist ja kein richtiges Kriterium, oder?:D

Fazit

Trotz Einstiegsschwierigkeiten hat mich "No 9677" positiv überrascht und mir am Ende sogar richtig gut gefallen. Es wird eine schöne Botschaft vermittert und nichts wird zu sehr verkitscht oder zurechtgebogen. 

Sonntag, 9. Juli 2017

[Rezension] Stell dir vor, dass ich dich liebe - Jennifer Niven




Preis: 14,99€
Einband: broschiert
Seiten: 464
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Verlag: Fischer Sauerländer
Rezensionsexemplar?: nein

Inhalt

Everyone thinks they know Libby Strout, the girl once dubbed “America’s Fattest Teen.” But no one’s taken the time to look past her weight to get to know who she really is. Following her mom’s death, she’s been picking up the pieces in the privacy of her home, dealing with her heartbroken father and her own grief. Now, Libby’s ready: for high school, for new friends, for love, and for every possibility life has to offer. In that moment, I know the part I want to play here at MVB High. I want to be the girl who can do anything.
Everyone thinks they know Jack Masselin, too. Yes, he’s got swagger, but he’s also mastered the impossible art of giving people what they want, of fitting in. What no one knows is that Jack has a newly acquired secret: he can’t recognize faces. Even his own brothers are strangers to him. He’s the guy who can re-engineer and rebuild anything, but he can’t understand what’s going on with the inner workings of his brain. So he tells himself to play it cool: Be charming. Be hilarious. Don’t get too close to anyone.
Until he meets Libby. When the two get tangled up in a cruel high school game—which lands them in group counseling and community service—Libby and Jack are both pissed, and then surprised. Because the more time they spend together, the less alone they feel. Because sometimes when you meet someone, it changes the world, theirs and yours.

Meine Meinung

Vorneweg: Ich habe dieses Buch in der englischen Ausgabe gelesen und hier auch den Klappentext dieser Ausgabe genutzt, denn den Klappentext der deutschen Ausgabe finde ich einigermaßen schrecklich. Und das Englisch in dem Buch war auch gut verständlich und ist wohl auch für Englisch-Leseanfänger ganz gut geeignet (falls das für irgendwen interessant ist).

Ich habe letztes Jahr "All the bright places" von Jennifer Niven gelesen und war begeistert. Deshalb habe ich auch zu diesem Buch gegriffen, und ich bereue es ganz bestimmt nicht. Mir hat wirklich nicht alles an der Geschichte gefallen, aber trotzdem hatte ich einige tolle Lesestunden mit dem Buch. 

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, mir auch die Goodreads-Rezensionen zu Büchern anzusehen, die ich lese. Und obwohl dieses Buch bei Goodreads insgesamt ganz gut wegkommt, gibt es doch einige extrem kritische Stimmen, die die Charaktere eindimensional finden und das Gefühl hatten, dass die Autorin mit Schicksalsschlägen für ihre Figuren um sich schmeißt. Ich kann nachvollziehen, warum man das so sehen könnte, aber ich habe das alles ganz anders empfunden. Andererseits sehe ich das bei anderen Büchern wahrscheinlich so, und die werden dann doch von anderen Lesern innig geliebt. Okay, das hat jetzt alles nicht so viel mit dem Buch zu tun, nur ein kleiner Exkurs zum Thema "Lesen ist doch sehr subjektiv". Was natürlich ein tolles Thema in einer Rezension ist, in der man andere von der eigenen Meinung überzeugen möchte:D Okay, ich höre auf zu schwadronieren!

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Ich persönlich finde, dass die Autorin ein Talent hat für interessante und vielschichtige Charaktere. Besonders Libby ist für mich ein toller Charakter! Sie zeigt sich oft verletzlich und man versteht auch immer warum, aber auf der anderen Seite ist sie auch unheimlich stark und schlagfertig. Ihre Erwiderungen haben jeden Dialog interessant gemacht. Bei Jack hat es etwas gebraucht, bis ich ihn mochte, doch interessant und einzigartig war auch er. Und von einer Figur mit Prosopagnosie habe ich noch nie gelesen, ich fand das sehr aufschlussreich.

Im Laufe der Geschichte kommen Libby und Jack sich natürlich näher, und auch wenn das vielleicht eine ungewöhnliche Kombination ist, hat die Autorin es doch sehr gut geschafft, mir zu vermitteln, warum das Sinn macht. Wenn man sich die Backstories der beiden Charaktere ansieht und was die beiden durchmachen, dann kann man nachvollziehen, warum die beiden sich gut verstehen, und irgendwie war das für mich sehr erfrischend. Es ist ja nicht gerade selbstverständlich, in einem Jugendbuch wirklich vermittelt zu bekommen, was Charaktere aneinander finden.

Den Schreibstil von Jennifer Niven mag ich auch sehr gerne. Er zieht einen richtig in die Geschichte und man kann sich nur schwer von dem Buch lösen. Dabei werden auch Zeitsprünge und viele Aufzählungen gemacht, und für so etwas bin ich immer zu haben.  

Was mir nicht gefallen hat, ist dass ich das Gefühlt hatte, die Geschichte macht manchmal Sprünge. Also nicht die Handlung, sondern eher auf der Beziehungs-Ebene. Da dachte ich schon manchmal "huch, seit wann verstehen die beiden sich so gut?". Auch wurde am Ende noch mal ein bisschen Extra-Drama reingebracht, und das hätte nicht wirklich sein müssen. Und am Anfang der Geschichte macht Jack etwas, was nun wirklich (wirklichwirklich) nicht in Ordnung ist. Was einfach scheiße ist. Punkt. Das weiß er wenigstens selbst, aber er hätte es einfach lassen sollen. Obwohl die ganze Handlung darauf aufbaut ... naja, wir drehen uns im Kreis.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, ich hatte beim Lesen Spaß und zumindest für mich war das Buch ein Page-Turner.

Fazit

Was soll ich sagen? Ja, das Buch hat so seine Probleme, aber ich habe es gerne gelesen und alles in allem mochte ich es sehr gerne. Für mich persönlich überwiegen die Qualitäten der Geschichte und ich hatte ein ein paar gute Lesestunden mit Libby und Jack.


Sonntag, 2. Juli 2017

[Rezension] Der kleine Laden der einsamen Herzen - Annie Darling




Preis: 10,00€
Einband: Taschenbuch
Seiten: 400
Reihe?: Teil 1
Erscheinungsdatum: Mai 2017
Verlag: Penguin Verlag
Rezensionsexemplar?: ja


Inhalt

Posy Morland hatte es immer schwer im Leben. Als sie einen kleinen, heruntergekommenen Buchladen in Bloomsbury erbt, scheint sich ihr Glück endlich zu wenden. Sie plant, den Laden neu zu eröffnen und dort nur Liebesromane mit Happy Ends zu verkaufen. Denn traurige Geschichten gibt es im wahren Leben ja genug. Doch Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hat andere Pläne für den Laden und legt Posy Steine in den Weg, wo er nur kann. Dummerweise ist Sebastian auch schrecklich attraktiv – und der unverschämteste Kerl in ganz London. Findet zumindest Posy. Und rächt sich auf ihre Weise: Sie schreibt selbst einen Roman namens Der Wüstling, der mein Herz stahl – mit Sebastian als Held zum Verlieben ...

Meine Meinung

Ich wollte ein Wohlfühlbuch lesen, mit dem ich mich in die Sonne setzen kann, und da erschien mir "Der kleine Laden der einsamen Herzen" eine einigermaßen sichere Wahl. Das Cover, der Klappentext, man weiß praktisch von Anfang an, was man bekommt. Noch dazu wurde das Buch als "Wohlfühlbuch" beworben, deshalb wollte ich das mal ausprobieren. Und ja ... nein. Für mich war das leider ein Fehlgriff.

Um das mal klar zu stellen: Man kriegt schon genau das, was man erwartet. In dieser Hinsicht ist es wahrscheinlich keine Enttäuschung. Wenn ihr den Klappentext lest und denkt "oh, da passiert wohl dies und das", dann habt ihr sehr wahrscheinlich recht (oder eine extrem lebhafte Fantasie). Aber auch wenn die eigenen Erwartungen erfüllt werden, kann das ja eher gut oder eher schlecht gemacht werden. Und so, wie das hier gemacht wurde, hat es mir ganz einfach nicht gefallen.

Es folgt eine kleine Aufzählung von Dingen, die mir nicht gefallen haben: 1. Der Schreibstil. Eigentlich ein ganz "normaler", aber irgendwie hatte ich persönlich das Gefühl, dadurch keinen guten Zugang zu der Geschichte zu bekommen. 2. Der Plot. Es passiert nicht gerade viel, eigentlich fast gar nichts. Und am Ende überschlägt sich dann wieder alles. Das hätte man alles viel besser auf die Seitenzahl aufteilen könnten, um es konstanter interessant zu halten. Außerdem sind die Stellen, die besonders dramatisch sein sollen, wirklich undramatisch. Oder das Drama ist einfach nicht zu mir durchgedrungen. 3. Die Charaktere. Sie sind wirklich die perfekten Klischees. Wirklich die perfekten Charaktere, von denen man schon 100 mal gelesen hat, da kommt irgendwie nichts Neues.

Jetzt aber auch mal etwas, das mir eigentlich ganz gut gefallen hat: Die Buchhandlungs-Atmosphäre. Das Buch spielt in einer Buchhandlung und ja, das ist ein wirklich tolles Setting für eine Geschichte, wenn man selbst gerne in Buchhandlungen ist (und die meisten von uns sind wohl sehr gerne in Buchhandlungen).

Unterm Strich war das Buch für mich persönlich einfach rein gar nichts. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht zu der Zielgruppe für diese Art von Geschichten gehöre. Bestimmt gibt es eine ganze Reihe von Lesern, die eine riesige Freude mit dem Buch haben können. Nur muss man halt wissen, dass man sich hierbei einfach auf eine sehr typische und klischeehafte Liebesgeschichte einlässt.

Fazit

"Der kleine Laden der einsamen Herzen" hat genau an meinem Lesegeschmack vorbeigeschossen. Es ist eine sehr vorhersehbare und klischeehafte Liebesgeschichte mit einer Handlung, die zu wünschen übrig lässt. Für Geschichten wie diese gehöre ich leider nicht zu der richtigen Leserschaft.


Sonntag, 25. Juni 2017

[Rezension] Attachments - Rainbow Rowell



Preis: ~ 9,99€
Einband: Taschenbuch
Seiten: 357
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Verlag: Orion
Rezensionsexemplar?: nein


Inhalt

It's 1999 and the internet is still a novelty. At a newspaper office, two colleagues, Beth and Jennifer, e-mail back and forth, discussing their lives in hilarious details, from love troubles to family dramas. And Lincoln, a shy IT guy responsible for monitoring e-mails, spends his hours reading every exchange.
At first their e-mails offer a welcome diversion, but the more he reads, the more he finds himself falling for one of them. By the time Lincoln realises just how head-over-heels he is, it's too late to introduce himself.
After a series of close encounters, Lincoln eventually decides he must follow his heart... and find out if there is such a thing as love before first sight.
*Quelle*

Meine Meinung

„Things get better – hurt less – over time. If you let them.” (S. 339)

Das war einfach süß! Einfach nur süß! Damit kann man die Rezension eigentlich schon abschließen. Aber ich glaub ich erzähl dann doch vielleicht noch ein bisschen mehr über das Buch.

In den letzten Monaten habe ich immer wieder zu Büchern von Rainbow Rowell gegriffen, und mittlerweile gehört sie eindeutig zu meinen Lieblingsautoren! „Attachments“ war die fünfte Geschichte, die ich von der Autorin gelesen habe, und ist außerdem ihr Debüt. Die vier anderen Bücher habe ich übrigens mit der vollen Punktzahl bewertet, um das mal in ein Verhältnis zu setzen. Und auch nach „Attachments“ ist meine Begeisterung nicht gebrochen.

Die Ausgangssituation in dem Buch ist schon etwas ungewöhnlich: Lincoln arbeitet bei einer Zeitung und hat die Aufgabe, den E-Mail-Austausch der Mitarbeiter zu überwachen. Und über die E-Mails zwischen zwei Mitarbeiterinnen verliebt er sich in die eine. Zugegeben, ein Buch mit dieser Prämisse kann ganz schnell in Klischees abdriften, aber das passiert hier eben nicht. Diese Situation macht ganz viele Fragen auf: Wie geht man damit um, in jemanden verliebt zu sein, der nichts von einem weiß? Und wie kommt man damit klar, fremde Mails zu lesen? Das Buch behandelt alle Fragen, die aufkommen, super. Außerdem schafft die Geschichte es, witzig und locker, aber auch tiefgreifender zu sein. Es geht auch darum, dass man älter wird und einfach noch nicht da ist, wo man hinwill, oder auch gar nicht weiß, wo man hinwill. Für mich war das alles eine tolle Mischung, und ich glaube, für „Tweens“ (sagt man das so, also Leser in ihren 20ern?) ist das ein absolut lesenswertes Buch. Für andere Altersgruppen natürlich auch.

Rainbow Rowell hat so eine Art, wirklich authentische Charaktere zu schaffen, und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe mich mit dem Protagonisten Lincoln sehr verbunden gefühlt und konnte wirklich oft nachvollziehen, wie er sich fühlt. Und unterhaltsam und mitreißend schreiben kann die Autorin sowieso: Die Mail-Unterhaltungen zwischen Jennifer und Beth waren wirklich lustig!

Ich habe es wirklich sehr genossen, das Buch zu lesen, aber trotzdem habe ich einen Kritikpunkt: In der Mitte zieht sich das Buch ein bisschen und es passiert nicht ganz so viel. Dafür hätte ich am Ende gerne 20 Seiten mehr gehabt, um die Auflösung noch ein bisschen genauer auszuarbeiten. Ansonsten hatte ich wirklich viel Spaß mit dem Buch!

Fazit

Mal wieder ein tolles (und unheimlich süßes) Buch von Rainbow Rowell! Wer die Autorin oder den Klappentext oder beides mag, der kann hier wohl nicht viel falsch machen. Zwar zieht sich das Buch in der Mitte etwas, aber es ist trotzdem unterhaltsam und lustig und die Charaktere sind sehr authentisch. Mir hat die Geschichte sehr viel Spaß gemacht!


Sonntag, 18. Juni 2017

[Rezension] The upside of unrequited - Becky Albertalli




Preis: ~ 9,99€
Einband: Taschenbuch
Seiten: 368
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: April 2017
Verlag: Penguin
Rezensionsexemplar?: nein


Inhalt

Seventeen-year-old Molly Peskin-Suso knows all about unrequited love-she's lived through it twenty-six times. She crushes hard and crushes often, but always in secret. Because no matter how many times her twin sister, Cassie, tells her to woman up, Molly can't stomach the idea of rejection. So she's careful. Fat girls always have to be careful.

Then a cute new girl enters Cassie's orbit, and for the first time ever, Molly's cynical twin is a lovesick mess. Meanwhile, Molly's totally not dying of loneliness-except for the part where she is.
Luckily, Cassie's new girlfriend comes with a cute hipster-boy sidekick. Will is funny, flirtatious, and just might be perfect crush material. Maybe more than crush material. And if Molly can win him over, she'll get her first kiss and she'll get her twin back.
There's only one problem: Molly's coworker, Reid. He's an awkward Tolkien superfan, and there's absolutely no way Molly could fall for him. Right?

Meine Meinung

That’s the thing about change. It’s so painfully normal. It’s the most basic of all tragedies.” (S. 300)

Im letzten Jahr war “Nur drei Worte” von Becky Albertalli eines meiner absoluten Highlights! Es war süß und lustig und man konnte es einfach nicht zur Seite legen. Ich hab es geliebt! Da war für mich klar, dass ich das nächste Buch der Autorin auch so schnell wie möglich lesen wollte. Und ich kann zum Glück verkünden, dass auch „The upside of unrequited“ wieder süß, lustig und ein totaler Page Turner ist.

Dabei ist es kein neues „Nur drei Worte“. Dazu hat es dann tatsächlich doch nicht gereicht. Trotzdem bin ich sehr begeistert. Wobei die Ausgangslage eigentlich relativ stumpf ist: Unsere Protagonistin Molly hätte wirklich gerne einen festen Freund. Das an sich macht noch keine gute Geschichte, zum Glück gibt es noch viele andere Themen, die beleuchtet werden, und das Buch insgesamt lesenswert machen. Die Beziehung zwischen Geschwistern und wie sich diese beim erwachsen werden ändert ist auch ein großes Thema, und ich finde, es wird sehr gut behandelt. Auch Freundschaften spielen eine Rolle, und so ist die Geschichte dann doch ein wenig mehr als eine seichte Romanze. Trotzdem nimmt das Buch sich nicht zu ernst (falls das jetzt irgendwie Sinn ergibt). Es geht um verschiedene wichtige Aspekte des Erwachsen-werdens, und doch ist es okay, dass das Buch unter’m Strich einfach ist, was es ist: Eine süße, lustige Liebesgeschichte.

Lustig ist da auch ein gutes Stichwort. Das Buch hat mich sehr oft zum Lachen gebracht! Und daran ist der Schreibstil schuld. Manche Sprüche waren einfach zu gut, und die Autorin kann Jugendliche und deren Gefühlswelt einfach sehr realistisch darstellen. Ich zumindest hatte an einigen Stellen das Gefühl, dass ich solche Gedanken oder Gefühle doch auch schon hatte.

Das Buch wäre für mich wirklich fast perfekt gewesen, aber auch nur fast. Es gab ein paar (sehr) wenige Stellen, bei denen ich mit Mollys Handlungen nicht einverstanden war. Und manchmal hat mich der ein oder andere Charakter auch einfach extrem genervt. Aber das kam nur sehr selten vor, insgesamt war ich doch sehr begeistert.

Ach ja, man sollte wohl erwähnen, dass die Charaktere sehr divers sind. Es werden verschiedene Nationalitäten und Sexualitäten repräsentiert, was natürlich toll ist. Und, auch wenn das nicht ganz so wichtig ist, es gibt in dem Buch ganz viel Pinterest und DIY-Liebe!

Fazit

„The upside of unrequited“ ist ein süßes und extrem lustiges Jugendbuch und ein absoluter Page Turner! Auch wenn ich an sehr wenigen Stellen meine Probleme mit der Geschichte hatte, kann ich das Buch insgesamt auf jeden Fall empfehlen!